
(HV). Ein ziemliches Treiben herrschte im fast bis auf den letzten Platz besetzen Dorfgemeinschaftshaus des kleinsten Münzenberger Stadtteils Ober-Hörgern. Schon traditionell ist diese Frühjahrsveranstaltung der Münzenberger SPD, die sich stets größter Beliebtheit erfreut und neben einiger politischer Prominenz zunehmend auch Gäste aus der weiteren Umgebung anzieht. So waren erstmals Delegationen aus Frankfurt und dem nordhessischen Korbach anwesend und ließen sich von der oberhessischen „Wurstkunst“ überzeugen.
Manfred Tschertner eröffnete als Vorsitzender der Münzenberger Sozialdemokraten am vergangenen Sonntag um 11 Uhr die Veranstaltung und konnte neben den zahlreichen Mitgliedern, Gönnern und Freunden besonders Landrat Joachim Arnold, Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl, Stephanie und Andreas Becker-Bösch als Butzbacher Vertreter und schulpolitische Sprecherin in der SPD-Kreistagsfraktion, den stv. Fraktionsvorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Karl-Heinz Schneider sowie den ehemaligen Hess. Landwirtschaftsminister und Europaabgeordneten Willi Görlach und Ex-Landrat Rolf Gnadl begrüßen. Als erster übernahm Landrat Joachim Arnold das Wort und stimmte in einer flammenden Rede die Anwesenden unter kräftigem Applaus auf die kommende heiße Phase des Wahlkampfes ein. Insbesondere ging er auf die aktuelle Kreispolitik bzw. das Machtgebaren sowie die daraus resultierenden Mängel und Fehler der herrschen Koalition ein und stellte Initiativen und Absichten der Kreis-SPD in Wirtschafts-, Schul- und Sozialpolitk dar.
Seiner Rede folgte die Ehrung verdienter Sozialdemokraten. So wurde Wolfgang Effinger, SPD-Stadtrat im Münzenberger Magistrat, für 40 Jahre Mitgliedschaft in der SPD von Joachim Arnold, Lisa Gnadl und Manfred Tschertner, der dessen politische Vita dem Auditorium vortrug, geehrt. Der Ehrung folgte neben der sehnlich erwarteten „Metzelsupp“ auch die Wahlkampfrede des SPD-Bürgermeisterkandidaten Michael Brückel. Er stellte in nicht minder fetzigen Worten seine politischen Visionen und Absichten in der Stadt Münzenberg vor, die er „lebendig gestalten“ will. Unter diesem Motto versteht der SPD-Herausforderer unter anderem eine moderne Medienpolitik (Breitband auch für Münzenberg!), eine Vernetzung aller sozialen Initiativen wie sinnvolle Bündelung der der Jugendarbeit in städtischem, kirchlichem und vereinsbezogenen Sektor, flexible und moderne Familienpolitik wie bedarfsgerechte ortswechselnde Spielplätze, die dort sein müssten, wo auch die Kinder sind und zu „Bewegungs- und Begegnungsorten“ für die junge und ältere Generation ausgebaut werden könnten. Ferner will sich Michael Brückel beispielsweise für eine moderne und kundenorientierte Dienstleistungsverwaltung im Münzenberger Rathaus einsetzen. Unverständliche und unzureichend erläuterte Gebührenbescheide und amtliche Schreiben sowie starre und stadtteilferne Öffnungszeiten der Verwaltung sollen der Vergangenheit angehören. Auch die Vereins- und Gewerbewelt hat Michael Brückel im Blick und warb unter kräftigem Applaus für seine Kandidatur.
Anschließend wurde das „Buffet“ eröffnet, das reißenden Absatz fand. Wellfleisch, Kartoffeln und strammer Meerrettich mundeten allen Anwesenden aus Nah und Fern. Danach ging es an die Versteigerung des Schwartemagens, der diesmal aus zwei Teilen bestand. Lothar Groß leite in bewährter Manier das lustige und anregende Versteigerungsverfahren nach amerikanischer Art. Letztlich konnte Hans-Jürgen Burg aus Ober-Hörgern das Prachtstück sein eigen nennen. Zum Schluss wurden bei der berühmten „Wursttombola“ unter Anlehnung an das politische Wahlprogramm der SPD Münzenberg noch Köstlichkeiten aus der Wurstküche an die Frau und den Mann gebracht. „Münzenberg lebendig gestalten“, „zukunftsorientierte Energie“ und „Liste 2 wählen“ waren beispielsweise Lose für Blut-, Leber- oder Bratwürste. Jedes Jahr lassen sich die Verantwortlichen um Horst Metzger als Organisator lustige und sinnreiche Bezeichnungen für die einzelnen Wurstlose einfallen. Manfred Tschertner dankte zum Schluss der Veranstaltung allen Verantwortlichen mit ihren Helferinnen und Helfern im Saal, in der Küche im Thekenbereich sowie auch dem Metzger für das unermüdliche Engagement, ohne das diese bekannte und beliebte Veranstaltung nicht denkbar wäre.

