(HV). Es ist ein bekanntes Problem: Während in den Großstädten Deutschlands quasi ein Überangebot an Ärzten und Praxen aller Disziplinen herrscht, schaut man auf dem Lande oftmals in die oft zitierte „Röhre“. In kleinen Dörfern und Städten sind Arztpraxen rar, die Wege zum nächsten Allgemeinmediziner oder erst recht zum Facharzt sind weiter und längst nicht jedes Bevölkerungsmitglied kann ohne weiteres den notwendigen Gang zum Arzt selbst leisten. Gerade ältere Menschen sind hiervon besonders betroffen.
Wie schön wäre es da, wenn sich ärztliche Kompetenz ergänzen und an ortsnah konzentrieren könnte. Für die Stadt Münzenberg wäre eine solche Konzentration ein Gewinn, würden sich doch die Wege zum nächsten Allgemein- oder Facharzt erheblich verkürzen und viele medizinische Disziplinen wären innerhalb der Stadtgrenzen Münzenbergs verfügbar.
Allerdings geht eine Konzentration immer zu Lasten einer Streuung einher, will heißen, wenn viele ärztliche Disziplinen sich in einem Stadtteil ansiedeln, ist die Wahrscheinlichkeit der Niederlassung von Ärzten in den übrigen Stadtteilen wesentlich geringer. Es muss also bei der Entstehung dieser so genannten „Medizinischen Versorgungszentren“ (MVZ) darauf geachtet werden, dass die Wege zur ärztlichen Hilfe in einer Kommune für ältere und immobile Menschen nicht zu groß bzw. unmöglich werden. Bei allen Vorteilen, die ein MVZ bietet, muss auch ein Hausbesuchsdienst für die eben Genannten enthalten sein.
Trotz steigender individueller Mobilität wird es immer einen Teil der Bevölkerung geben, der aufgrund Alter und/oder Gesundheit nicht so mobil ist und für den auch nur kurze Wege schon ein Hindernis darstellen. Jedoch dürfen nicht nur Synergieeffekte und Kosteneinsparungen im Vordergrund stehen, sondern auch ein hoher Versorgungsgrad der Münzenberger Bevölkerung in allen Stadtteilen muss eine große Rolle spielen! Hier sind die Handelnden aufgerufen, bei ihren Planungen neben den Gedanken der Effizienz auch den der Gerechtigkeit walten zu lassen. Ein „MVZ Münzenberg“ soll für alle Stadt-Münzenbergerinnen und –Münzenberger ein Gewinn sein – und nicht nur für Wenige. Darüberhinaus wird im Rahmen einer Bürgerumfrage, die in der zweiten Septemberhälfte von der SPD Münzenberg an alle Haushalte verteilt wird, alle Bürgerinnen und Bürger befragt, wo in der Stadt Münzenberg "der Schuh drückt?". Die SPD Münzenberg hat ein Auge darauf…!