(HV). Mehr aktive Bürgerbeteiligung haben sich die Münzenberger Sozialdemokraten für die kommende Legislaturperiode u. a. auf die Fahnen geschrieben und übten am vergangenen Mittwoch schon mal die Praxis: Zur quartalsmäßigen „Ideen- und Initiativsitzung“ waren Vertreterinnen und Vertreter einer Bürgerinitiative aus dem Neubaugebiet Brückfeld IV zu Gast, die sich für den Erhalt eines Kinderspielplatzes im aktuellen Bebauungsplan einsetzen und darum kämpfen wollen. Die Anwohner vertraten die Auffassung, dass ein Spielplatz als beschlossener Bestand des Bebauungsplanes nicht ohne Weiteres entfallen könnte. Zudem genössen die sich dort ansiedelnden Jungfamilien Vertrauensschutz, denn unter anderem der im Plan vorgesehene Kinderspielplatz gab für viele auch den Ausschlag für eine Entscheidung, sich dort niederzulassen. Die BI-Vertreter gaben sich enttäuscht und entsetzt über die derzeitige Absicht der Stadt, den in Rede stehenden Spielplatz aufzugeben und die Grundfläche als Bauplatz zu vermarkten.
Die anwesenden SPD-Mandatsträger erläuterten zunächst das Zustandekommen der derzeitigen Beschlusssituation im Münzenberger Stadtparlament und verwiesen dabei auch auf eine seinerzeit von der CDU/FWG-Mehrheit abgelehnten SPD-Antrag auf Einrichtung eines so genannten „Interims-Spielplatzes“ (d. h. zeitlich begrenzt, der Red.). Die feste Absicht der Regierungsmehrheit im Münzenberger Stadtparlament, den Spielplatz gänzlich zugunsten einer wirtschaftlichen Verwertung der Grundfläche zu streichen, konnten die Sozialdemokraten nur dadurch verhindern bzw. abmildern, in dem ihr Vorschlag auf Verlegung des Spielplatzes in den letzten Bauabschnitt letztlich angenommen wurde. Doch auch mit dieser Situation zeigen sich weder SPD Münzenberg noch die Bürgerinitiative zufrieden.
Die SPD-Mandatsträger, unter ihnen auch SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Brückel, warben indessen für ein ganzheitliches Konzept in der Stadt Münzenberg, neue und bedarfsgerechte „Bewegungsflächen“ auszuweisen und einzurichten, die nicht nur Kindern und Jugendlichen diverse Spielmöglichkeiten bieten, sondern auch für die Älteren Anreiz zur Betätigung liefern sollen. Dabei müssten alle derzeitigen Spielplätze nach Lage und Ausstattung genau betrachtet und bewertet werden. Ggfs. wären Standorte zu ändern und samt Spielgeräten näher an Bereiche mit jungen Familien zu bringen. Die freiwerdenden Flächen der Alt-Spielplätze könnten sodann wirtschaftlich verwertet werden. Allein dadurch böten sich viele Möglichkeiten, Kosten einzusparen und Ausgaben zu kompensieren.
Die BI-Vertreter teilten diese Auffassung und zeigten sich sehr interessiert an diesen Ideen und Initiativen. Darüber wollen sie nach eigenen Angaben auch mit den anderen im Stadtparlament vertretenen Fraktionen reden. Es bleibt zu hoffen, dass eine solche für die Bevölkerung nachhaltige Planung nicht mit dem „Killer-Argument Kosten“ von vornherein vereitelt wird. Der SPD-Fraktionsvorsitzender Hagen Vetter und Parteichef Manfred Tschertner kündigten entsprechende politische Anträge für kommende Stadtverordnetenversammlungen an.