Landtagskandidat zu Gast bei den Berufskollegen der Familie Herling in Münzenberg

Veröffentlicht am 15.09.2018 in Presse
 

In unserer ländlichen Region bieten vor allem kleine Betriebe, meist familiengeführt, viele wertvolle Arbeitsplätze für die Region. So auch die Familie Herling in Münzenberg, die auf ihrem Hof gleich zwei Unternehmen leitet. Zum einen das Sägewerk Debus, das schon Generationen lang in Familienbesitz ist, in dem Zimmerer Stefan Herling den Ton angibt. Zum anderen kümmert sich Bruder Andreas Herling mit vier Gesellen, Frau und Sohn um Gas- und Wasserinstallationen. Die Einzigartigkeit des Ablaufs zwischen zwei Betrieben in einer Familien lies auch den Landtagskandidaten Karl-Otto Waas neugierig werden auf die Arbeit in Münzenberg. So besuchte er den Betrieb, um sich über Herausforderungen und Chancen für Handwerkerinnen und Handwerker vor Ort zu informieren.

 

Karl-Otto Waas, selbst Zimmermann, kennt die Schwierigkeiten des Handwerks und auch beim Ortstermin mit Familie Herling wurden die üblichen Herausforderungen angesprochen.

Der Fachkräftemangel macht sich auch in Unternehmen mit Familienanschluss bemerkbar. „Es gibt wenig Nachwuchs und dann gibt es im Nachwuchsbereich noch viele Abbrecher,“ bemängelt Stefan Herling, der in seinem Betreib Zimmerergesellen ausbildet. Das Gleiche hat auch sein Bruder zu bedauern. Karl Otto-Waas sieht hierfür den Fehler vor allem in der fehlenden Praxis im Schulunterricht: „Werken, Handarbeit und Kochen fehlen in unseren Schulen. Das meint nicht, dass wir in die konservativen Kategorien zwischen Jungen und Mädchen zurück müssen. Alle sollen vielfältigen Praxisunterricht nach Interesse erfahren, unabhängig vom Geschlecht“, so Waas zur Grundsteinlegung für Handwerk in den Schulen.

„Ohne Handwerk geht es nicht. Eine vollständige Digitalisierung wie in anderen Berufszweigen ist bei uns Handwerkern ausgeschlossen,“ konstatiert der Landtagskandidat der SPD. Nur die Wertschätzung sei trotz der guten Auftragslage für Handwerkerinnen und Handwerker immer noch ein Problem, so waren sich die drei Fachmänner Herling und Waas einig. Beispielswiese werde man im Arbeitsalltag mit haltlosen Stereotypen konfrontiert, die das Ansehen des Handwerks innerhalb der Gesellschaft immer noch beeinflussen. „Ich stehe als Landtagskandidat, Gewerkschafter und Handwerker für meine Kolleginnen und Kollegen ein. Sei es in Sachen Tarifverhandlungen, Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Arbeitnehmer oder eine qualifizierte, praxisnahe Ausbildung von Anfang an,“ betonte Karl-Otto Waas.

Vor allem Andreas Herling, der als Gas- und Wasserinstallateur hauptsächlich Bäder und Heizungen und Altbausanierungen sowie Wartungen angeht, sieht die Probleme in Sachen Nachwuchs auch mit der Bärenaufgabe in Sachen Regularien: „Der viele Papierkram gefährdet unser Berufsbild, weil es wenig attraktiv macht und fernab der Praxis steht.“ Stefan Herling berichtet aus seiner Zimmerei ähnliches. Viele Arbeiten, wie beispielsweise das Trocknen von Holz, müssten maschinell und geprüft geschehen und fallen somit für kleinere Betriebe aus dem Tätigkeitsfeld. „Trotzdem kann die Industrie nie vollständig die Arbeit der Handwerkerinnen und Handwerker übernehmen“, ist sich Stefan Herling sicher.

 

Karl-Otto Waas, der als Handwerker aus Leidenschaft im Hessischen Landtag dem Handwerk eine Stimme verleihen will, ist wenig überrascht über die Herausforderungen für die Herlings, denn viele Handwerksbetriebe stehen vor den gleichen Probleme. „Die Auftragslage ist super! Allerdings müssen die Rahmenbedingungen besser werden. Vor allem das boomende Baugeschäft braucht viel Nachwuchs in den nächsten Jahren. Hier will ich im Hessischen Landtag meine Kolleginnen und Kollegen unterstützen und Ausbildungsthemen für Handwerkerinnen und Handwerker voranbringen. Gerade für kleine Betriebe, die gut ausbilden und anschließend Arbeitsperspektiven bieten, will ich einstehen. Der Familienbetrieb, für den die Familie Herling beispielhaft steht, zeichnet das Handwerk aus und muss unterstützt werden um, Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region zu garantieren,“ sagte Karl-Otto Waas abschließend.

 

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