SPD Münzenberg justiert sich neu – verändertes Führungsteam

Veröffentlicht am 25.03.2019 in Presse
 

Vorstand 2019 u.a.

Am vergangenen Freitag hatte der Münzenberger SPD-Chef Markus Herrmann die Mitglieder des SPD-Ortsvereins ins Burghotel zur diesjährigen Jahreshauptversammlung eingeladen. Auch die Erste Kreisbeigeordnete und stellvertretende Landrätin Stephanie Becker-Bösch aus Butzbach war zu den Münzenberger Genossen gekommen. Nachdem sich der Vorsitzende bei allen Akteurinnen und Akteuren für deren Engagement in sämtlichen städtischen Gremien sowie denen des Ortsvereins bedankt hatte, gratulierte er dem Mitglied Volker Mohr zum kürzlich begangenen 75. Geburtstag.

Erste Kreisbeigeordnete und Vizelandrätin Stephanie-Becker-Bösch informierte die anwesenden Mitglieder über den Stand der Kreispolitik im Wetteraukreis, nachdem nun seit rund einem Jahr ein CDU-Landrat die Kreisverwaltung führe und sich hierdurch doch auch erhebliche Veränderungen innerhalb der Verwaltung ergäben, durch die ausschließliche Priorität des neuen Landrates auf Schulneubauten. Sie wies auf den starken Fokus des CDU Landrates auf einige wenige Schulneubauten im Kreisgebiet hin, erforderliche Reparatur- und Sanierungsprojekte an anderen Schulen würden explizit von ihm in der Priorität zurückgestellt. Zur Zeit sei der Haushalt 2019/20 noch nicht genehmigt. Allerdings sollte dies auf Grund der von Ex-Landrat Joachim Arnold erwirtschafteten Überschüsse von fast 50 Mio Euro kein Problem darstellen. Immerhin habe Joachim Arnold den Wetteraukreis mit einem riesigen Finanzpolster zurückgelassen, aus dem nun die Investitionen für Schulneubauten- An- und Umbauten bedient werden können. Da bliebe auch noch genug Geld für die Sanierung oder den Neubau von Toilettenanlagen z.B. an der Stadtschule in Butzbach über.Ihren Hauptaugenmerk richtete Becker-Bösch sodann auf wichtige und vor der abschließenden Umsetzung stehende Projekte wie die Einführung einer flächendeckenden Schulsozialarbeit an allen Schulen von der Grundschule über Haupt-Realschule-Gymnasium bis hin zur Beruflichen Schule im Wetteraukreis sowie die Einrichtung eines stationären Hospizes in Bad Nauheim. Ein weiteres Thema, das viele Menschen im Kreis umtreibt, ist die „Reaktivierung“ des ehemaligen Jugendgästehauses „Hubertus“. Sicherlich wird die vielen Menschen aus der eigenen Schulzeit bekannte und beliebte Herberge nicht mehr als reines „Schullandheim“, so die frühere Sprachregelung, wiedererstehen. Neue Nutzungskonzepte sind gefragt, die neben Schüleraufenthalten auch Aspekte des Tourismus, der Gastronomie und als moderner Tagungsort berücksichtigen. „Den alten ‚Hubertus‘ wird es so nicht mehr geben, aber ein neuer zeitgemäßer mit einer erlebbaren Waldnatur ist möglich“, war ihr Statement.

In seinem anschließenden Bericht ließ Herrmann die Aktivitäten der SPD Münzenberg noch einmal Revue passieren. Das bekannte und beliebte Schlachtfest spielt darin ebenso eine feste Rolle wie die jährliche Gedenkfeier zum Pogrom des Jahres 1938. Herrmann sieht dabei keinen Grund, die SPD- Initiative aufzugeben, auch wenn andere in der Stadt Münzenberg fortgesetzt versuchen, diese „Gedenkidee“ zu vereinnahmen und den SPD-Ortsverein an dieser Stelle „unsichtbar“ zu machen. „Die SPD Münzenberg war die erste Organisation innerhalb der Stadt Münzenberg, die sich daran erinnert hat, sich dessen erinnern zu müssen“, war sich Herrmann sicher. Ohne großen Aufwand und in dieser schlichten und würdigen Form würden bei diesen Gedenkgängen auch parteifremde Menschen mitmachen und „ein Licht ins Fenster“ stellen. Der Vorsitzende verwies aber auch auf die weiter bestehende Notwendigkeit, noch mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, und das nicht nur kurz vor anstehenden Wahlen. Das Informationsblatt „Der springende Punkt“, das sachlich über diverse kommunalpolitische Zusammenhänge aufklären will, ist ein mittlerweile willkommenes und akzeptierte Informationsquelle.

Aus der Fraktion berichtete Harry Prockl als Fraktionsvorsitzender über die Aktivitäten innerhalb des Stadtparlamentes. Er zeigt die Aktivitäten der Fraktion anhand der gestellten Anfragen und Anträge auf. Festzustellen war dabei, dass viele Angelegenheiten in den verschiedenen Ausschüssen „schlummern“. Hier gilt es seitens der Fraktion, die Fäden wieder aufzunehmen und nachzuhaken. Dem wird sich die Fraktion in der nächsten Zeit intensiv widmen, damit die der SPD wichtigen Themen nicht im Ausschuss versauern.

Rudi Haas informierte als Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion über Themen wie den viergleisigen Ausbau der S6-Strecke Frankfurt-Friedberg, die Übernahme des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW), die Wiederbelebung der „Horlofftalbahn“ für den öffentlichen Nahverkehr sowie die Übernahme der Flüchtlingsbetreuung durch den Wetteraukreis ab 01.03.2019, eine signifikante Entlastung der Wetterauer Kommunen.

Nach dem Kassenbericht von Hagen Vetter und der Bestätigung der Ordnungsmäßigkeit der Finanzen durch die beiden Kassenprüfer Haris Laspoulas und Manfred Müller wurde der gesamte Vorstand einstimmig entlastet. Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Neuer und alter Vorsitzender ist Markus Herrmann, gefolgt von seinem 1. Stellvertreter Manfred Tschertner, dem Herrmann ausdrücklich für die Unterstützung der vergangenen Monate dankte. 2. Stellvertreterin wurde Gabi Sickel, Schriftführerin Sabine Keck wurde im Amt bestätigt. Neue Kassenwartin ist Sabine Vetter, während Hagen Vetter in die altbekannte Position des Pressesprechers zurück wechselte. Die Zahl der Beisitzer wurde von der Versammlung von sechs auf vier reduziert und durch Andrea Trivilino, Karl-Heinz Schneider, Rudi Haas und Wolfgang Stückrath besetzt. Vorsitzender Herrmann gab zudem bekannt, dass im Vorstand neben den klassischen Funktionen „Aufgabenpakete“, wie Mitgliederbetreuung und Organisation von Veranstaltungen sowie erweiterte Öffentlichkeitsarbeit (soziale Medien) gebildet wurden, die von allen nach Kompetenz gemeinsam geschultert werden. Kassenprüfer für die kommende Wahlzeit sind Christel Mohr und Haris Laspoulas. Zu Delegierten für den Unterbezirksparteitag wurden Markus Herrmann, Rudi Haas, Manfred Tschertner und Karl-Heinz Schneider mit ihren Stellvertretern Harry Prockl, Sabine Keck, Andrea Trivilino und Sabine Vetter gewählt.

Abschließend dankte SPD-Chef Markus Herrmann nochmals allen Mitgliedern und politischen Akteuren und forderte weiter zu engagiertem Vorgehen bei der Findung politischer Ideen und Initiativen auf, insbesondere in Sachen sozialem Wohnungsbau als kommunale Daseinsvorsorge und notwendiger Alternative zu spekulativem Häuserbau. Die siedlungs- und verkehrstechnische Entwicklung aller Münzenberger Stadtteile, muss die SPD scharf im Auge behalten, um irreversible Fehlentwicklungen und Stilblüten zugunsten Einzelner zu vermeiden! Diesen Appell begrüßten alle Anwesenden mit großem Applaus und Zustimmung.

 

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